Teichmuscheln

Die Teichmuscheln aus der Gattung Anodonta (Die große Teichmuschel (Anodonta cygnea) oder auch FlussmuschelWeihermuschelSchwanenmuschel) sind bei uns in Mitteleuropa heimisch. Sie leben auch in der Natur in Teichen und Weihern. Zu beachten ist hier, dass die Teichmuschel sehr sauberes Wasser braucht. Im Freiland findet sie das nicht mehr so häufig, und die Gattung gilt bei uns als stark gefährdet und steht unter Naturschutz. Aus der Natur dürfen daher keine Teichmuscheln entnommen werden! Möchte man Muscheln der Gattung Anodonta im Gartenteich halten, sollte man sie daher unbedingt in einem seriösen Shop kaufen.

Anders als im Aquarium finden Muscheln in einem Gartenteich immer genügend zu fressen: Da die wenigsten Teiche einen Filter haben, bleiben genügend Schwebstoffe übrig. Durch das natürliche Sonnenlicht bilden sich im Wasser Schwebealgen, die ebenfalls von den Teichmuscheln verwertet werden. Auch im Schlamm am Boden des Teiches findet die Muschel genügend Detritus und Kleinstlebewesen wie Bakterien und andere Einzeller, kleinste Krebstiere und Würmchen und so weiter, die sie aus dem Wasser herausfiltern kann. Süßwassermuscheln fungieren damit auch im Gartenteich wie ein Klärwerk. Algenblüten treten in Teichen mit Muschelbesatz seltener auf und dauern kürzer an. In einem ungefilterten Teich kann eine Teichmuschel tatsächlich ihr natürliches Lebensalter von 15 Jahren und mehr erreichen, vorausgesetzt, der Gartenteich ist so tief, dass er im Winter nicht komplett durchfriert. Dann kann die bei uns heimische und damit winterharte Teichmuschel auch bedenkenlos im Freilandteich überwintert werden.

Teichmuscheln bestehen aus zwei meist hellbraunen, beigen oder auch grünlichen Schalenhälften. Mit den Jahren werden sie enorm groß, sie können beeindruckende 10-25 cm lang werden. Die beiden Muschelschalen sind mit dem Schlossband und dem Schloss, einer kalkigen Struktur, die etwa mittig an einer der Längsseiten sitzt, miteinander fest verbunden. Mit ihrem kräftigen Muskel kann die Teichmuschel ihre Schalen sehr fest verschließen. Am Rand der großen Öffnung bildet die Muschel in jeder Wachstumsperiode während der warmen Jahreszeit neues Material zu. Im Winter fährt der Stoffwechsel der Muschel während der Winterruhe herunter, in diesen Monaten findet kein Wachstum statt. Aus diesem Grund kann man die meist dunkelbraunen Wachstumsringe auf der Schale wie Jahresringe deuten.

Im Innenraum der Muschel befinden sich die Kiemen. Die Muschel pumpt mit Hilfe ihres Wimpernkranzes um die Atemöffnung ständig Wasser durch ihren Innenraum, um sich über die Kiemen mit Sauerstoff zu versorgen. Das sauerstoffarme Wasser wird dann auf der anderen Schalenseite wieder ins Freie befördert. Auch ihre Nahrung filtert die Muschel aus diesem Atemwasser. Dazu bildet sie auf ihren Kiemen einen zähen Schleim, auf dem die Futterteilchen kleben bleiben. Diesen Schleim samt Futterpartikeln befördert die Muscheln dann weiter zu ihrem Mundapparat. Sie klärt das Teichwasser sehr effektiv und sorgt für eine klare Sicht im Wasser.

Die bei uns vorkommenden Teichmuscheln sind nicht an einen Ort gebunden. Mit ihrem kurzen, aber sehr muskulösen Fuß können sie sich eingraben und – wenn auch sehr langsam – fortbewegen.

Bitterlinge brauchen für ihre Vermehrung die Teichmuschel als Wirt für ihre Larven. Sie laichen ausschließlich in der Kiemenhöhle von Teichmuscheln ab. Da die Muscheln mittlerweile selten sind, ist auch der Bitterling in der Natur rar geworden. Im Gegenzug parasitieren die Larven der zwittrig angelegten und zur Selbstbefruchtung fähigen Teichmuscheln in den Kiemen von Fischen, wo sie zu kleinen Muscheln heranwachsen. Finden die Muschellarven keinen Wirt, sterben sie ab. In einem fischfreien Gartenteich können sich Teichmuscheln daher nicht vermehren.