Posthornschnecken

Die einheimische Posthornschnecke ist eine hervorragend für den Gartenteich geeignete Wasserschnecke. Der wissenschaftliche Artname ist Planorbarius corneus. Die Posthornschnecke  hat ihren Namen von ihrem attraktiven rechtsgewundenes Gehäuse, das tatsächlich an die Form eines klassischen Posthorns erinnert. Posthornschnecken gehören zu den Tellerschnecken, das heißt, die Windungen ihres Gehäuses liegen mehr oder weniger auf einer Ebene. Die Farbe ist rotbraun bis dunkelbraun, einzelne Exemplare können vor allem in Gewässern im Freiland auch fast schwarz wirken. Die Körperfarbe von Planorbarius corneus ist dunkelbraun, anthrazit oder schwarz, einzelne Exemplare können auch einen roten Körper haben. Auf dem bis 3-4 cm großen Gehäuse sieht man deutlich die Wachstumslinien , es ist nicht so glatt wie das der Posthornschnecken in der Aquaristik. Als Ausnahme unter den europäischen Wasserschnecken hat Planorbarius corneus rotes Blut – sie besitzt, anders als die meisten Wirbellosen, den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, wie wir Menschen auch. Diese Besonderheit hilft ihr dabei, in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben, und diese rote Blutfarbe ist es auch, die bei den Exemplaren mit rotem Körper durchschimmert. Eigentlich handelt es sich hierbei nämlich um Albinos. Die Posthornschnecke gehört zu den Lungenschnecken. Sie muss also immer wieder an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen. Das tut sie durch eine kleine Atemöffnung. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man sie als kleines Loch kurz unter der Gehäusemündung erkennen, wenn die Posthornschnecke an der Wasseroberfläche des Teiches sitzt.

Die Posthornschnecke Planorbarius corneus ist – anders als die in der Aquaristik verbreiteten Kleinen Posthornschnecken – bei uns in Mitteleuropa einschließlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz und bis Finnland und Sibirien heimisch. Sie lebt bevorzugt in Stillgewässern und in strömungsarmen Zonen in Flüssen und Bächen – sie eignet sich damit perfekt für den Gartenteich. Die Europäische Posthornschnecke tut sich im Aquarium aufgrund der hohen Temperaturen schwer, sie bevorzugt definitiv den Aufenthalt im Freiland. Draußen sind ihre Farben wesentlich intensiver und das Gehäuse entwickelt eine dickere Wand. In einem ausreichend tiefen Gartenteich, der nicht durchfriert, kann sie auch ohne weitere Probleme überwintern. Sie zieht sich in den Schlamm am Teichgrund zurück und geht in Winterstarre. Dabei fährt sie ihre Körperfunktionen auf ein absolutes Minimum zurück. Wird das Wasser im Frühjahr wieder wärmer, kommt die Posthornschnecke aus ihrer Winterstarre und lebt fröhlich im Teich weiter. Diese schönen Wasserschnecken können bis drei Jahre alt werden.

Die Europäische Posthornschnecke frisst mit Vorliebe Algen, insbesondere eher weiche Grünalgenarten. Lebende Pflanzen werden nicht gefressen, Posthornschnecken kümmern sich aber liebend gerne um absterbendes und totes Pflanzengewebe und sorgen damit dafür, dass im Wasser nichts gammeln kann. Auch fressen sie gerne Aas und andere Reste, zum Beispiel übrig gebliebenes Fischfutter, wenn der Halter es mal wieder zu gut gemeint hat. Als Gesundheitspolizei und Aufräumtruppe sind Posthornschnecken nahezu unverzichtbar im Gartenteich.

Da Posthornschnecken Zwitter sind, können sich die Tiere bei der Paarung gegenseitig begatten (und sie tun es auch). Auch zur Selbstbefruchtung ist die Posthornschnecke fähig, dabei ist die Überlebensrate des Nachwuchses mit nur 3% jedoch sehr gering. Die Posthornschnecke vermehrt sich bei günstigen Bedingungen – sprich, bei einem hohen Nahrungsangebot – recht gut. Sobald die Wassertemperatur 12 °C erreicht hat, geht die Paarungszeit los, und über den Sommer werden immer wieder Gelege auf festen Substraten abgelegt. Diese Gelege sind uhrglasförmig und gelblich-transparent, der Deckel ist beim Anfassen überraschend fest. Hier schlüpfen zwischen 10 und 20 Minischnecken. Wie viele von ihnen überleben, hängt vom Nahrungsangebot ab.

Spitzschlammschnecken

Die Sumpfdeckelschnecke (Viviparus viviparus) ist eine heimische Wasserschnecke, die im Süßwasser lebt. Ihr Verbreitungsgebiet i liegt in Mitteleuropa und Nordeuropa unterhalb des Polarkreises. Dabei bevorzugt die Spitzhornschnecke, wie sie auch genannt wird, langsam fließende und stehende, stark verkrautete Gewässer: Teiche, Wassergräben, Seen, Weiher, träge fließende Flussabschnitte, … 

Auch bei uns ist Viviparus viviparus in der Natur noch in vielen Gewässern wild lebend zu finden. Das Gehäuse dieser beliebten Teichschnecke ist auffallend lang, vorne bauchig aufgewölbt, und es hat eine kegelförmig zulaufende Spitze. Im Freiland, also auch im Gartenteich, nimmt es mit der Zeit eine dunkelbraune bis schwarze Färbung an, im Aquarium bleibt es durchscheinend hellbraun bis beige-weiß. In Freilandgewässern kann das Häuschen der Sumpfdeckelschnecke 5 bis 7 cm lang werden. Im Aquarium werden die liebevoll auch Yoda Schnecken getauften Tiere nicht so groß, hier erreicht das Gehäuse auch bei verhältnismäßig großen Exemplaren nur ca. 2-3 cm in der Länge.

Die Körperfarbe dieser sehr gut für die Haltung in Gartenteichen geeigneten Wasserschnecke ist im Freiland beige bis dunkelbraun, im Aquarium durchscheinend hellbraun-beige bis fast weiß.

Die Sumpfdeckelschnecke ist wie alle Wasserschnecken aus der Familie der Schlammschnecken zwittrig. Jedes Individuum vereint männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale in sich. Je nach Umgebungstemperatur erreichen diese schönen Teichschnecken 8-12 Wochen nach dem Schlupf die Geschlechtsreife. Zur Selbstbefruchtung ist Lymnaea stagnalis nicht fähig, und die Schnecken befruchten sich auch nicht wechselseitig – eine Schnecke agiert bei der Paarung jeweils ausschließlich als Weibchen, die andere übernimmt den männlichen Part. Bei Temperaturen bis 26 °C vermehrt sich die Sumpfdeckelschnecke am besten. Sie legt ihre Eier in gallertartigen Laichschnüren ab, die eine charakteristische Form haben: lang und verhältnismäßig schmal. Diese Laichschnüre werden bevorzugt auf Hartsubstrat wie Steinen und Holz, aber auch auf Pflanzenblättern und – im Aquarium – am Glas beziehungsweise – im Teich – auf der Teichfolie abgelegt, wo sie bis zum Schlupf der Jungschnecken fest haften bleiben.
Die Sumpfdeckelschnecke bevorzugt Wasser mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert von 7,5 bis 9. Den Kalk im Wasser nutzt sie, um ihr Gehäuse aufzubauen. In mineralstoffarmen Gewässern mit einem pH unter 7 findet man sie in der Natur nicht.

Gefressen werden Algen, abgestorbene Pflanzenreste, Aas, Biofilme von harten Substraten und die Kahmhaut, die sich in nährstoffreicher Umgebung gerne an der Wasseroberfläche bildet. Auch lebende Pflanzen mit weichem Gewebe werden von der Sumpfdeckelschnecke angefressen. Typische Fraßschäden zeigen sich als kleine Löcher. Ganze Pflanzen werden nicht gefressen. Auch Hydren werden sehr gerne gefuttert, die Yoda Schnecke ist bekannt dafür, dass sie insbesondere im Aquarium einen Befall mit Hydra kurz halten kann. Ganz auslöschen werden auch einige Sumpfdeckelschnecken die Hydra nicht, aber sie haben einen großen Einfluss auf die Populationsdichte des Süßwasserpolypen.

Als Restevernichter und Destruent besetzt Lymnaea stagnalis im Gartenteich, im Naturbiotop und natürlich auch im Aquarium die Nische des Gesundheitspolizisten, der Krankheiten verhindern kann und Algenplagen die Grundlage nimmt. Auch in einem Gartenteich mit Goldfischen kann man sie ohne Probleme halten.
Als heimische Schnecke kann die Sumpfdeckelschnecke auch im Winter draußen bleiben, vorausgesetzt, dass der Teich nicht komplett durchfriert. Als Teichschnecke überwintert Viviparus viviparus im Schlamm am Teichgrund, wo sie in Winterstarre fällt.